Begeisterungsfähig. Stur. Immergutorganisiert(ausserwennichesnichtbin)

Das ist Georg. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt:

Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du und warum?

Die Milz. Nicht absolut nötig (wer oder was ist das schon), aber es ist doch irgendwie cool, wenn sie da ist 😉

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Irgendwas zwischen Zufall und Vorsehung? Ich hatte vor meinem Studium eine lange Liste auf der von französischen Sprach- und Literaturwissenschaften bis Physik so ziemlich alles enthalten war. Den Ausschlag für die Medizin gab dann die Überlegung, dass es doch ein eher naturwissenschaftliches Fach sein soll, aber möglichst eines, das für meinen zukünftigen Beruf viel Menschenkontakt verspricht.
Ab Studienbeginn wurde dann bald klar, dass dies die Tätigkeit ist, in der ich mein gesamtes Berufsleben verbringen möchte. Das ist nun 5 Jahre her und dieses Gefühl, am „richtigen“ Ort zu sein, hat seither nur noch zugenommen. Die Einschätzungen meines unreifen Vor-Studium-Ichs haben sich als erstaunlich zutreffen erwiesen: Die Medizin erfüllt mein Verlangen, die Welt aus einem naturwissenschaftlichen Blickwinkel verstehen zu wollen, zugleich bringt sie mich tagtäglich in Kontakt mit Menschen in Ausnahmesituationen und verlangt, dass ich mir auch Fähigkeiten aneigne, die man nicht aus dem Lehrbuch lernen kann.

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Wiederum mehr Zufall / Schicksal als genau durchdachte Entscheidung. Ich habe anlässlich der Lancierung der Organspende-Initiative im Herbst 2017 einen längeren (eher kritischen) Kommentar auf Facebook verfasst und wurde anschliessend darauf aufmerksam gemacht, dass Bea (s. ihr Portrait) dabei ist, eine Gruppe zu bilden, die sich mit dem Thema Organspende beschäftigen soll. In diesem Rahmen bin ich in Kontakt gekommen mit vielen anderen faszinierenden Meinungen und Persönlichkeiten.
Ich habe zudem in den letzten 2 Jahren den Eindruck gewonnen, dass sich das Arzt-Patienten-Verhältnisses in diesen Bereichen – entgegen dem allgemeinen Trend – nicht in der Charakterisierung als reines Dienstleistungverhältnis erschöpft. Mir scheint, dass den involvierten Personen, Internisten, Intensivmedizinern, Chirurgen, Psychiatern, Ethikern (zumindest, die mit denen ich bislang in Kontakt war) gemeinsam ist, dass sie sich aufrichtig um ihre Patienten sorgen. Dies würde ich auch dahingehend interpretieren, dass diese Sorge schlicht und einfach Bestandteil einer „guten“ Behandlung ist. Ich möchte nicht sagen, dass dies auf andere Bereiche des Gesundheitswesens weniger zutrifft. Es ist aber in jedem Fall etwas, worauf ich für meine künftige berufliche Tätigkeit Wert legen möchte, wohin auch immer mich mein Weg führt.
Des Weiteren bietet das Thema Organspende die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die auch über die eigentliche Thematik hinaus extrem aktuell sind, z.B. die nach dem Umgang mit Krankheit, Sterben und Tod oder die nach den Verantwortlichkeiten seitens gesunder Personen gegenüber solchen, die dieses Glück nicht haben – sei es auf einer persönlichen oder einer gesamtgesellschaftlichen Ebene.
Das Engagement bei POZH ermöglicht es mir, auch schon vor dem Abschluss meines Studiums etwas Positives zu bewirken. Zudem ist die Organspende etwas, was es mir erlaubt sowohl in fachlicher als auch in persönlicher/menschlicher Sicht zu wachsen und ich bin überzeugt, dass es mich noch eine Weile begleiten wird!

Wenn du in einem Buch / einem Film / einer Serie leben könntest, in welche/r/s wäre es?

Mal ne Weile in der Welt von „Into the Wild“ rumlaufen klingt eigentlich nicht schlecht. Also ohne das ganze Einsam-Sterben-Zeugs am Schluss.

Wenn du die Antwort auf eine beliebige Frage haben könntest, welche Frage würdest du stellen?

„Krieg ich auch Antworten auf mehr als die eine Frage? Falls ja: Super! Falls nein ist auch egal“

Was für eine Fähigkeit hast du, die die meisten Menschen nicht haben?

Es gelingt mir immer wieder, mir mehr vorzunehmen, als ich realistischerweise schaffen kann. Vielleicht macht ein Teil von mir das sogar mit Absicht. Irgendwie findet doch „das wahre Leben“, das was einen voll und ganz erfüllen kann, immer an den Grenzen dessen statt, was man sich selbst zutraut – oder eben sogar ein wenig jenseits davon.

Was ist deine früheste Erinnerung?

Meine Mama hat mir mal auf dem Weg in die Kinderkrippe ganz schlimm die Hand in der Autotür eingeklemmt. Die daraus resultierende Traumatisierung hat mein ganzes nachfolgendes Leben stark negativ geprägt und gemeinsam mit der Tatsache, dass ich ein Krippenkind war, dazu beigetragen, dass ich so absolut missraten bin. Ich weise jegliche Verantwortung von mir.

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