“Mich hat die grosse Solidarität der jungen Generation mit den Alten und Risikopersonen sehr gefreut”

Lieber Michael, danke, dass du meine Fragen beantworten!

Wie geht es dir?

Es geht mir erstaunlich gut in dieser seltsamen Zeit

Was hat sich in deinem Leben seit dem ersten Corona-Fall in der Schweiz am 26. Februar geändert?

Ich bin viel vorsichtiger geworden in meinem Verhalten, zumindest ab Anfang März. Ich verkehre direkt über längere Zeit möglichst nur mit Menschen, die selber Risikopersonen sind, und von denen ich weiss, dass sie sich regelkonform verhalten. Natürlich versuche ich auch da, die Abstandsregeln einzuhalten. Andere Freunde, die nicht Risikopersonen sind treffe ich selten und wenn möglich draussen mit Abstand.

Ich darf als Hausarzt im Moment nicht arbeiten, weil das Ansteckungsrisiko einfach zu hoch ist. Ich schaue mich nun nach einer Arbeit um, die ich im Homeoffice erledigen kann.

Du gehörst zu einer Risikogruppe.

Ich wurde 2002 und 2018 lebertransplantiert. Im Anschluss an die zweite Transplantation kam es zu einer unbeherrschbaren Darmentzündung, weshalb mir 2019 der ganze Dickdarm entfernt werden musste. Der postoperative Verlauf war sehr komplikationsreich und hätte mich beinahe das Leben gekostet. Meine Leistungsfähigkeit ist immer noch deutlich eingeschränkt. Bis im Februar habe ich ein Arbeitspensum von 20 %  geleistet, das ich gerne steigern möchte.

Ich lebe getrennt zwischen Thun und Bern, habe drei erwachsene Kinder auf die ich stolz bin. Ich bin seit 1998 Hausarzt in Wichtrach BE

Machst du dir Sorgen?

Manchmal schon. Vor allem im März, als die Pandemie bei uns zunehmend Fahrt aufnahm und wir annehmen mussten, dass die Gesundheitsversorgung zusammenbrechen könnte. Mittlerweile sind die Zahlen ja erfreulicherweise stark gesunken und damit das Ansteckungsrisiko. Ich gehe allerdings davon aus, dass mit der Öffnung die Zahlen wieder steigen werden. Man weiss zwar noch ganz Vieles nicht über Covid-19, aber es gibt Hinweise, dass der Krankheitsverlauf bei Transplantierten möglicherweise eher mild ist. Das gibt Hoffnung auf Rückkehr in ein normales Leben mittelfristig.

Ich mache mir aber auch Sorgen um die wirtschaftliche Situation der Menschen im Niedriglohnsektor. Ich denke sie sind -einmal mehr- die vulnerabelste Gruppe.  Zu ihnen muss die Gesellschaft und die Politik jetzt gut schauen, gerade weil sie keine Lobby haben.

Und wie sieht es bei deinen Angehörigen aus? Machen sie sich Sorgen?

Ja sicher. Meine Angehörigen versuchen mit ihrem Verhalten mein Ansteckungsrisiko zu vermindern und mich zu schützen und unterstützen mich so gut wie irgend möglich.

Gibt es besondere Vorsichtsmassnahmen, die du treffen musst?

Mein eigenes Risiko kann ich ja zu einem grossen Teil mit meinem Verhalten beeinflussen. Natürlich halte ich mich an die Grundregeln, wasche ich mir oft die Hände, halte Abstand usw.  ich weiss aber auch, dass es sehr schwierig ist, jedes Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Ich trage eine gute Schutzmaske FFP2, wenn ich mich doch unter Menschen mischen muss. Wenn ich Radfahren gehe, versuche ich vielbefahrene Strecken eher zu meiden.

Was fandest du am zu Hause bleiben das Schlimmste?

Es ist eigentlich nicht gar nicht so schlimm, da ich ja schon rausgehen durfte. Nicht selber einkaufen zu können, fand ich schwierig, und ich tu mich etwas schwer damit, andere Menschen ausserhalb des Freundeskreises um Hilfe zu bitten. Ausgang, Restaurants, Kultur und geselliges Beisammensein fehlten mir schon. Ich konnte das aber mit mehr elektronischen und telefonischen Kontakten recht gut kompensieren.

Was fandest du das Beste?

Ich habe gemerkt, dass ich eigentlich auch auf Vieles verzichten kann, bzw. meine Lebensqualität mit weniger Aktivität nicht schlechter wird. Zur Ruhe kommen tut auch gut!

Die Krise hat uns gezeigt, dass ein Wandel des Verhaltens möglich ist und wir fähig wären, Wirtschaft und Gesellschaft zu transformieren für eine nachhaltige Zukunft

Mich hat die grosse Solidarität der jungen Generation mit den Alten und Risikopersonen sehr gefreut. Das ist nicht selbstverständlich und müsste von der alten Generation endlich honoriert werden (Stichwort Altersvorsorge, Klimawandel)

Was möchtest du den Menschen da draussen sonst noch erzählen?

Ich bin dankbar: Den Spendern meiner Lebern und ihren Angehörigen, allen Medizinischen Fachpersonen, die sich immer um mich bemühen, meinen FreundInnen und Angehörigen, die mich unterstützen, unserer Gesellschaft, die einen Sozialstaat und eine gute Krankenversicherung garantiert, und natürlich auch euch von der POZH, die ihr euch so engagiert und innovativ für die Organtransplantation einsetzt.

“Sorgen? Aber nicht wegen Husten und Fieber…”

Lieber Ivan, danke, dass du meine Fragen beantwortest! Wie geht es dir?

Danke, mir geht es sehr gut. Ich bin fit, ich bin gesund, ich habe keine Krone, alles bestens!

Was hat sich in deinem Leben seit dem ersten Corona-Fall in der Schweiz am 26. Februar geändert?

Nun, ich habe die Zahlen natürlich schon vor geraumer Zeit beobachtet. Es ist ja nicht so, dass das Virus von heute auf morgen in der Schweiz übergesprungen ist. Wuhan ist zwar jetzt nicht so in der Nähe, aber es war irgendwie schon im Vorhinein klar, dass das Virus den Weg früher oder später nach Europa finden wird.
Was habe ich gemacht, als das Virus in Europa und vor allem die Fallzahlen in Norditalien enorm gestiegen sind? Nun, wichtig für mich ist es, dass ich immer genügend Reserve meiner Medikamente habe, die ich täglich einnehmen muss. Deshalb habe ich Nachschub bestellt, damit ich für die nächsten drei Monate die Medikamente bei mir zu Hause habe, um einen möglichen Engpass zu umgehen, da die Produktion vieler diese natürlich aus Asien kommt. Ich rede hier allerdings nicht von Hamstereinkäufen! Da ich bin ich total dagegen! Aber es macht Sinn, wenn man als Risikopatient ein wenig vorausschauend lebt und plant. Ich habe dutzende Medikamente, die ich griffbereit haben muss. Bei dieser grossen Menge sollte man etwas auf Vorrat haben. Wie schwierig dies sein kann, erleben wir gerade tagtäglich. Ich lebe seit bald zehn Jahren mit einer Spenderlunge – bin also schon etwas sensibilisiert und abgeklärt. Beim Händedesinfektionsmittel hatte ich ebenfalls Glück und konnte schon relativ früh dafür sorgen, dass es mir nicht ausgeht. Ich benutze dieses schon seit X-Jahren. Ich war ganz und gar nicht überrascht als ich im Tram sass und bei allen Apothekenschaufenster „Handsanitizer:  „SOLD OUT“ gelesen habe. Wie krank die Schweiz doch ist!“, dachte ich mir und musste mit Entsetzen festgestellten, dass ich dies nicht auf den COVID bezogen habe.

Du gehörst zu einer Risikogruppe

Tja, ich bim Träger einer Spenderlunge. Deshalb nehme ich Medikamente, die das Immunsystem künstlich runterfahren. Deswegen bin ich grundsätzlich vor pathogenen Erregern, also Viren, Bakterien etc. viel weniger geschützt als andere, ich sag mal, gesunde Menschen. Es braucht also bei mir nicht extrem viel, bis ich krank werde. Die Spenderlunge habe ich aufgrund meiner chronischen Lungenerkrankung, Zystische Fibrose, erhalten. Diese Gruppe von Patienten gehört ebenfalls zur Risikogruppe. Auf der Liste bin ich also weit oben auf der Abschussliste. Wenn man allerdings die leere Regale sieht, sehe ich mich nicht mehr so sehr zur Risikogruppe.

Machst du dir Sorgen?

Ich mache mir um die Dummheit der Menschen Sorgen. Wenn ich im Strassenverkehr sehe, wie manche Autofahrer alleine im Auto sitzen, mit Maske und Handschuhen, kann ich mir ein verschwitztes Lachen kaum verkneifen. Oder wenn ich sehe, dass gewisse Menschen sich im Sekundentakt ins Gesicht fassen oder die Maske abnehmen, um zu sprechen. Bravo!
Zurück zur Frage: Ja, ich mache mir echt Sorgen! Aber nicht wegen Husten oder Fieber. Da kenne ich mich auf Grund meiner «CF» sehr gut aus. Früher habe ich vor lauter Husten Blut erbrochen. Da bin ich auch nicht in Panik geraten ..

Und wie sieht es bei deinen Angehörigen aus? Machen sie sich Sorgen?

Ich habe viele Nachrichten erhalten. Das freut mich. Es zeigt aber auch, dass sich viele Sorgen machen und enorme Angst haben, dass ich erkranke oder daran sterbe. Dies empfinde ich als eher belastend. Ich will nicht, dass sich meine Freunde sich um mich so sehr sorgen. Aber ich verstehe dies natürlich. Viele haben meine Geschichte hautnah miterlebt und wissen sehr gut seitdem was es heisst, mit Husten und Fieber im Spital zu sein. Ich bin natürlich auch sehr froh darüber. Eine grosse Wertschätzung für mich. Dafür zeige ich grossen Respekt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei so vielen Menschen im Kopf bin. Irgendwie schön.

Gibt es besondere Vorsichtsmassnahmen, die du treffen musst?

Ich trage schon seit eh und je Sorgfalt, wenn es um die Hygienestandards geht. Natürlich habe ich mein Handeln angepasst. Beim Einkaufen trage ich stets eine Maske. Die ÖV vermeide ich strikt, zudem bin ich nur noch mit dem Auto unterwegs. Wie viele (hoffentlich) andere auch verzichte ich auf soziale Kontakte. Mit den heutigen Gadgets ist dies kein Problem mehr. Schade nur, dass man bei Feierabend keinen Kaffee in einem der wunderschönen Züri-Cafés in dieser Frühlingssonne geniessen kann. Aber auch solche Zeiten gehen vorbei. Sonst ist es schon ein wenig monoton. Aufstehen, zur Arbeit fahren (ja, richtig gelesen), einkaufen, dann wieder zurück nach Hause. Nicht mehr, nicht weniger.

Du kennst bestimmt weitere Organtransplantierte. Was hörst du von ihnen?

Nicht viel. Nur, dass sich sehr viele komplett abschotten und sich praktisch gar nicht mehr aus dem Haus trauen. Das ist etwas, dass ich definitiv anders mache.

Was findest du am zu Hause bleiben das Schlimmste?

Ich bin trotz dieser Krise 100 % arbeitsfähig und bin fleissig am Arbeiten und kann es mir im Moment auch nicht leisten, es mir auf dem Sofa bequem zu machen. Ich bin froh, darf und kann ich arbeiten. Ich möchte dies auch.

Und du arbeitest als…?

Ich bin im Gesundheitswesen tätig und arbeite zurzeit in einer Klinik im Kanton Zürich und betreue dort Patient*innen, die verschiedene Traumata erlitten haben und nun intensive Betreuung brauchen. Die Patient*innen sind zwar nicht lebensbedrohlich erkrankt, dennoch brauchen sie sehr viel medizinische und pflegerische Unterstützung. Die Arbeit gefällt mir sehr und ich merke, dass man trotz solcher Umstände viele positive Meilensteine erreichen kann. Gerade habe ich einen Lindtschokoladenhase als Dank für die gute Betreuung bekommen. Das freut mich besonders. Es sind die kleinen Dinge, die im Moment extrem prägend sind.

Und das geht?

Ich wusste, dass das Thema kommen wird und dass das Virus der Schweiz die Türe öffnen wird, dennoch habe ich schon zu Zeiten von Wuhan gesagt, dass ich das Arbeiten weiterführen werde. Ich bin praktisch nie krank und habe mich in den letzten Jahren immer wieder mit den Themen Isolation und Hygiene auseinandergesetzt. Ich habe dies natürlich gründlich von meinen Ärzten absegnen lassen. Auch mein Arbeitgeber ist damit einverstanden. Und auch dort zeige ich Gesicht für die Solidarität und trage Maske!

Was findest du das Beste an dieser Zeit?

Daniel Koch vom BAG! Schweizer des Jahres 2020. Den Titel hätte er zumindest verdient!

Was möchtest du den Menschen da draussen sonst noch erzählen?

Selbstverantwortung! Es bringt nichts, wenn man nun alle Apotheken und Einkaufshäuser plündert!
Gemeinsam schaffen wir diese Herausforderung. Haltet die Richtlinien vom BAG ein. Also zeigt Verantwortung. Werdet erwachsen! Im Moment ist nicht so gut mit «Ich bin jung und mir gehört die Welt». Früher wurden unsere Grossväter und Urgrossväter aufgefordert, in den Krieg zu ziehen und haben ihr Leben für uns gelassen. Heute schaffen es nicht mal die Leute, am Wochenende auf ihren Sofas sitzenzubleiben.
Und an alle da draussen, die jetzt das grosse Geld damit machen wollen und Masken und Desinfektionsmittel für hunderte Franken verkaufen wollen: Schämt euch!

Wir sind im Blitz!

Der Blitz ist die Fachvereinszeitschrift des amiv, also des Akademische Maschinen- und Elektro-Ingenieur Verein (AMIV) an der ETH. Mit 3’000 Mitgliedern ist er der grösste Fachverein an der ETH – hoffentlich reden jetzt 3’000 Studierende mehr über Organspende!

“Der Gedanke, dass Patient*innen dahinscheiden, weil ein Kreuz an der richtigen Stelle fehlt, lässt mich nicht in Ruhe”

Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du und warum?

Eindeutig das Gehirn. Es ist einzigartig und macht den Menschen zum Individuum. Die Komplexität des Steuerorgans fasziniert mich.

Wenn du Alkohol oder Kaffee aufgeben müsstest, was wäre es?

Alkohol ist nicht essentiell. Ich könnte gut ohne ihn leben. Oft ist es ein Ice-Breaker in Gruppen, aber definitiv nichts überlebenswichtiges. Auf Kaffee kann man in gewissen Momenten aber kaum verzichten.

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Noch habe ich keinen Vollzeitberuf. Ich bin ja nur Medizinstudent. Mich interessiert der menschliche Körper extrem. Ausserdem gefällt mir die Vielfältigkeit am Arztberuf sehr.

Beschreibe dich mit drei Worten.

engagiert, zugänglich, zielstrebig

Welches Organ würdest du nicht spenden wollen?

Das Gehirn. Ich denke, das Gehirn ist das zentrale Stück des Menschen und somit im übertragenen Sinne der Sitz der Seele. Glücklicherweise ist es nicht möglich, das Gehirn zu spenden – so kann ich bei der Spenderfrage selbstbewusst “alle Organe” ankreuzen.

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Ich wurde durch Internet-Werbung auf das Thema Organspende aufmerksam. Die Dringlichkeit wurde mir aber erst zu Beginn des Medizinstudiums richtig bewusst. Der Gedanke, dass Patient*innen dahinscheiden, weil ein Kreuz an der richtigen Stelle fehlt, lässt mich nicht in Ruhe. Klar kann man die Gesellschaft nicht umerziehen, aber mir ist es wichtig, einen (bescheidenen) Beitrag leisten zu können.

Wenn du in einem Buch / einem Film / einer Serie leben könntest, in welche/r/s wäre es?

Wahrscheinlich Spirit aus dem gleichnamigen Animationsfilm. Das Ende des Films erweckt das Gefühl unendlicher Freiheit: Der Trab durch die Prärie lässt alle Probleme vergessen. Diese Freiheit – frei von Schmerzen und Beschwerden –  wünsche ich allen.

Wenn du dich entscheiden müsstest, ohne einen deiner 5 Sinne zu leben, für welchen würdest du dich entscheiden?

Für den Geruchssinn. Auch wenn das Essen weniger geniessbar und die Umwelt weniger erlebbar wirken, kann man noch problemlos selbstständig den Alltag bewältigen.

Wenn du die Antwort auf eine beliebige Frage haben könntest, welche Frage würdest du stellen?

Wie sähe eine Welt ohne Glaube aus? Ohne den Glauben an das Gute und scheinbar Unmögliche.

Was für eine Fähigkeit hast du, die die meisten Menschen nicht haben?

Ich habe einen immensen Durchhaltewillen. Bis zum Schluss ist nichts verloren.

Was ist dein Lieblingswitz?

Was ist der Unterschied zwischen einem Dieb und einem Arzt? Der Dieb weiss, was dir fehlt.

Your liver might live twice!

Wenn du Alkohol oder Kaffee aufgeben müsstest, was wäre es?

Redbull mischt sich besser mit Alkohol.

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Durch meine Eltern bin ich früh mit dem Arztberuf konfrontiert worden. Keinesfalls wollte ich jedoch in deren Fussstapfen treten. Im Gegensatz zu meinen Kolleg*innen schreckte ich aber nie vor Blut zurück und ich war auch süchtig nach Sendungen, die sich mit Kriminalistik befassten. Nach dem Gymi hatte ich noch keinen klaren Berufswunsch, durch eine gute Freundin wurde mir dann allerdings klar, dass mich der Mensch und sein Körper, von der Geburt bis zum Tode, fasziniert, und dass ich Menschen auf diesem Weg von Gesundheit und Krankheit begleiten möchte.

Beschreibe dich mit drei Worten.

aufgestellt, einfühlsam und verlässlich

Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du und warum?

Ich wäre definitiv die Leber. Ohne die Leber läuft gar nichts. Neben den vielen wichtigen Aufgaben wie z.B. Regulation des Glukosestoffwechsels entgiftet sie unter anderem unseren Körper nach einem feinen Mojito. You only liver once.

Welches Organ würdest du nicht spenden wollen?

Im Organspenderegister habe ich angekreuzt, dass ich gerne alle meine Organe zur Verfügung stelle. Wenn die Möglichkeit besteht, dass jemand anderem mit einem meiner Organe geholfen werden kann, macht mich dieser Gedanke glücklich.

Was ist deine früheste Erinnerung?

Als kleines Mädchen litt ich einmal an einer Malaria. Ich fühlte mich sehr krank und mir war bewusst, dass man an einer Malaria sterben kann.

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Schon früh habe ich mit meiner Mutter über dieses Thema gesprochen und trage schon seit etlichen Jahren einen Spenderausweis. POZH bin ich aber eher zufällig beigetreten, da ich von Ivan Skrbec mal spontan zu einer Sitzung eingeladen wurde.
Nun bin ich nicht nur als Organspenderin eingetragen, sondern kann mich auch als POZH-Mitglied für die Sensibilisierung des Themas Organspende einsetzen.

Die Möglichkeit, dass nach dem Ableben eines Menschen dessen Organe an andere Menschen gespendet werden können, und diese wieder an Lebensqualität gewinnen, sehe ich als ein Geschenk an. Wir haben in unserer Familie auch jemanden, der durch eine Herztransplantation dem Tod entrinnen konnte und sich heute immer noch einer guten Gesundheit erfreut.

Slam-Poet mit Helferkomplex

Wenn du Alkohol oder Kaffee aufgeben müsstest, was wäre es?

Eindeutig Alkohol! #TeamKaffee

Beschreibe dich mit drei Worten.

Die drei Worte, die mich am besten beschreiben, sind, glaube ich, schnell gefunden: „Etwas vorlaut“. Irgendwie ist das Herz aber doch am rechten Fleck gelandet, und die Sahli-Girlande über der Brust erinnert daran, das Leben zu feiern – denn es gibt nur eines. Und das lebt sich vor dem Tod!

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Helferkomplex? Irgendwie bin ich da reingerutscht!

Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du und warum?

Die Haut – irgendwie überall, man weiss nicht GENAU was sie so wirklich macht, aber ohne ist auch doof.

Welches Organ würdest du nicht spenden wollen?

Die Retina … Kann nicht wirklich sagen warum …

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Es ist ein Thema (wie viele andere auch), bei dem eine kritische Situation eingetreten ist, vor allem weil schon der erste Schritt, sich über das Thema grundsätzlich, objektiv Gedanken zu machen, oft fehlt.

Wenn du in einem Buch / einem Film / einer Serie leben könntest, in welche/r/s wäre es?

Forrest Gump

Wenn du dich entscheiden müsstest, ohne einen deiner 5 Sinne zu leben, für welchen würdest du dich entscheiden?

Sehen – wäre traurig, aber die anderen 5 wären mir glaub wichtiger 😉

Was für eine Fähigkeit hast du, die die meisten Menschen nicht haben?

Ich glaube, ich kann gut zuhören.

Was ist deine früheste Erinnerung?

Das Auspusten der Kerzen an meinem 3. Geburtstag

Wenn du die Antwort auf eine beliebige Frage haben könntest, welche Frage würdest du stellen?

Was kommt danach?

Hast du’s bemerkt? Joël taucht bereits zum zweiten Mal in einem unserer Beiträge auf! Er hat in Zusammenarbeit Swisstransplant einen Poetry Slam Text zum Thema Organspende kreiert. Den Beitrag dazu findest du hier.

“Ich finde den Gedanken schön, dass ein Teil von mir weiter nützlich sein kann, wenn ich tot bin.”

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Als ich in der Schule ein Referat darüber halten musste, habe ich mich das erste Mal mit dem Thema befasst. Um mich darauf vorzubereiten habe ich verschiedene Graphen und Tabellen analysiert und bearbeitet. Dadurch wurde mir erst klar, wie wichtig dieses Thema ist und wie wenig informiert und sensibilisiert die Leute sind.

Seitdem versuche ich das Thema immer wieder anzusprechen und meinen eigenen Bekanntenkreis dafür zu sensibilisieren.

Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du und warum?

Ich glaube das Herz. Mich faszinieren Projekte wie «Zurich Heart», die eine wahre Herausforderungen für die Technik darstellen.

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Ich studiere Maschinenbau, weil ich neugierig und technisch begeistert bin. Ich finde es faszinierend, wie man konkret die Lebensqualität verbessern kann. Besonders interessant finde ich die Anwendungen im Bereich der biomedizinische Technik, weshalb ich gerne mein Studium in Zukunft in diese Richtung vertiefen möchte.

Beschreibe dich mit drei Worten.

Neugierig, lustig und hilfsbereit.

Welches Organ würdest du nicht spenden wollen?

Wenn ich tot bin, würde ich gerne alle Organe spenden, die gespendet werden können, ohne Ausnahme! Ich finde es wichtig, anderen Menschen zu helfen.

Außerdem finde ich den Gedanken schön, dass ein Teil von mir weiterhin nützlich sein kann und somit weiterlebt.

Wenn du Alkohol oder Kaffee aufgeben müsstest, was wäre es?

Kaffee mag ich überhaupt nicht, also würde mir die Entscheidung leichtfallen. Auf Tee könnte ich aber nie verzichten!

Wenn du in einem Buch / einem Film / einer Serie leben könntest, in welche/r/s wäre es?

«Wild» von Cheryl Strayed

Wenn du dich entscheiden müsstest, ohne einen deiner 5 Sinne zu leben, für welchen würdest du dich entscheiden?

Schwierige Frage, auf jeden Fall würde ich nie auf das Sehen und das Hören verzichten. Ich liebe Musik sehr und spiele selber Klavier.

Was ist deine früheste Erinnerung?

Das war in einem 3-stöckigen Migros ab, an einem normalen Samstagmorgen, als ich etwa vier war. Ich war mit meiner Familie einkaufen. Aus irgendeinem Grund hatte ein kleiner roter Knopf neben der Rolltreppe meine Neugier erweckt. Als ich die Gelegenheit hatte konnte ich mir nicht verkneifen den Knopf zu drücken. Natürlich stoppte dann plötzlich die Rolltreppe und jeder fragte sich was passiert war. Meine Eltern wären am liebsten im Boden versunken aber ich fand es nicht so spektakulär. Ich hätte was Besseres erwartet.

“Ein Trailer von meinem Leben in 10 Jahren wäre grossartig!”

Wenn du in einem Buch / einem Film / einer Serie leben könntest, in welche/r/s wäre es?

Harry Potter! Meine Eule muss sich zwar vor einigen Jahren verflogen haben, aber ich glaube fest daran, dass sie es eines Tages noch zu mir schafft 🙂

Welches Organ würdest du nicht spenden wollen?

Solange meine Organe anderen zu Gute kommen, bin ich bereit alle zu spenden. Beim Eintrag ins nationale Spenderegister kommt jedoch die Frage auf, ob nicht transplantiertes Gewebe zu Forschungszwecken verwendet werden darf. Das sehe ich kritischer und habe deshalb für mich eine Grenze gezogen.

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Der Tod ist meist etwas Trauriges und Düsteres. Umso schöner finde ich den Gedanken, dass eine solch dunkle Situation zu einem Hoffnungsschimmer für andere werden kann. Für mich persönlich war der Entscheid meine Organe nach meinem Tod zu spenden recht klar. Ich finde es aber auch extrem wichtig, dass man Menschen mit einer anderen Einstellung zu dieser Thematik zuhört und diese akzeptiert. Entscheidend ist für mich somit nicht, wie man sich entscheidet, sondern viel mehr, dass man sich Gedanken macht und auch offen über dieses Thema sprechen kann.

Wenn du dich entscheiden müsstest, ohne einen deiner 5 Sinne zu leben, für welchen würdest du dich entscheiden?

Geruchssinn – ehrlich gesagt finde ich den Gedanken gewisse Gerüche nicht wahrnehmen zu können, gar nicht so schlecht

Wenn du Alkohol oder Kaffee aufgeben müsstest, was wäre es?

Noch vor einem Jahr als Maturandin konnte ich den Geruch von Kaffee nicht ausstehen, doch nun nach meinem 1. Jahr an der Uni könnte ich auf die morgendliche Tasse Kaffee nicht mehr verzichten.

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Schon als kleines Kind faszinierte mich den Gedanken “Menschen gesund zu zaubern”. Auch wenn ich zwischenzeitlich so ziemlich jeden der angebotenen Studiengängen interessant fand, führten mich die Faszination, das reine naturwissenschaftliche Interesse und auch ein wenig Glück zu meinem jetzigen Studium – und ich kann sagen, dass ich mit dieser Wahl nicht glücklicher sein könnte.

Was ist deine früheste Erinnerung?

Der böse Blick der Kindergärtnerin als mein bester Freund und ich zu spät in den Kindergarten kamen und wir ihr voller Stolz unsere gesammelten Regenwürmer präsentierten.

Wenn du die Antwort auf eine beliebige Frage haben könntest, welche Frage würdest du stellen?

Ich würde nur zu gerne wissen was die Zukunft bringt. Auf eine Frage beschränken kann ich mich nicht, aber eine Art Trailer von meinem Leben in 10 Jahren wäre grossartig!

Begeisterungsfähig. Stur. Immergutorganisiert(ausserwennichesnichtbin)

Das ist Georg. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt:

Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du und warum?

Die Milz. Nicht absolut nötig (wer oder was ist das schon), aber es ist doch irgendwie cool, wenn sie da ist 😉

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Irgendwas zwischen Zufall und Vorsehung? Ich hatte vor meinem Studium eine lange Liste auf der von französischen Sprach- und Literaturwissenschaften bis Physik so ziemlich alles enthalten war. Den Ausschlag für die Medizin gab dann die Überlegung, dass es doch ein eher naturwissenschaftliches Fach sein soll, aber möglichst eines, das für meinen zukünftigen Beruf viel Menschenkontakt verspricht.
Ab Studienbeginn wurde dann bald klar, dass dies die Tätigkeit ist, in der ich mein gesamtes Berufsleben verbringen möchte. Das ist nun 5 Jahre her und dieses Gefühl, am „richtigen“ Ort zu sein, hat seither nur noch zugenommen. Die Einschätzungen meines unreifen Vor-Studium-Ichs haben sich als erstaunlich zutreffen erwiesen: Die Medizin erfüllt mein Verlangen, die Welt aus einem naturwissenschaftlichen Blickwinkel verstehen zu wollen, zugleich bringt sie mich tagtäglich in Kontakt mit Menschen in Ausnahmesituationen und verlangt, dass ich mir auch Fähigkeiten aneigne, die man nicht aus dem Lehrbuch lernen kann.

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Wiederum mehr Zufall / Schicksal als genau durchdachte Entscheidung. Ich habe anlässlich der Lancierung der Organspende-Initiative im Herbst 2017 einen längeren (eher kritischen) Kommentar auf Facebook verfasst und wurde anschliessend darauf aufmerksam gemacht, dass Bea (s. ihr Portrait) dabei ist, eine Gruppe zu bilden, die sich mit dem Thema Organspende beschäftigen soll. In diesem Rahmen bin ich in Kontakt gekommen mit vielen anderen faszinierenden Meinungen und Persönlichkeiten.
Ich habe zudem in den letzten 2 Jahren den Eindruck gewonnen, dass sich das Arzt-Patienten-Verhältnisses in diesen Bereichen – entgegen dem allgemeinen Trend – nicht in der Charakterisierung als reines Dienstleistungverhältnis erschöpft. Mir scheint, dass den involvierten Personen, Internisten, Intensivmedizinern, Chirurgen, Psychiatern, Ethikern (zumindest, die mit denen ich bislang in Kontakt war) gemeinsam ist, dass sie sich aufrichtig um ihre Patienten sorgen. Dies würde ich auch dahingehend interpretieren, dass diese Sorge schlicht und einfach Bestandteil einer „guten“ Behandlung ist. Ich möchte nicht sagen, dass dies auf andere Bereiche des Gesundheitswesens weniger zutrifft. Es ist aber in jedem Fall etwas, worauf ich für meine künftige berufliche Tätigkeit Wert legen möchte, wohin auch immer mich mein Weg führt.
Des Weiteren bietet das Thema Organspende die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die auch über die eigentliche Thematik hinaus extrem aktuell sind, z.B. die nach dem Umgang mit Krankheit, Sterben und Tod oder die nach den Verantwortlichkeiten seitens gesunder Personen gegenüber solchen, die dieses Glück nicht haben – sei es auf einer persönlichen oder einer gesamtgesellschaftlichen Ebene.
Das Engagement bei POZH ermöglicht es mir, auch schon vor dem Abschluss meines Studiums etwas Positives zu bewirken. Zudem ist die Organspende etwas, was es mir erlaubt sowohl in fachlicher als auch in persönlicher/menschlicher Sicht zu wachsen und ich bin überzeugt, dass es mich noch eine Weile begleiten wird!

Wenn du in einem Buch / einem Film / einer Serie leben könntest, in welche/r/s wäre es?

Mal ne Weile in der Welt von „Into the Wild“ rumlaufen klingt eigentlich nicht schlecht. Also ohne das ganze Einsam-Sterben-Zeugs am Schluss.

Wenn du die Antwort auf eine beliebige Frage haben könntest, welche Frage würdest du stellen?

„Krieg ich auch Antworten auf mehr als die eine Frage? Falls ja: Super! Falls nein ist auch egal“

Was für eine Fähigkeit hast du, die die meisten Menschen nicht haben?

Es gelingt mir immer wieder, mir mehr vorzunehmen, als ich realistischerweise schaffen kann. Vielleicht macht ein Teil von mir das sogar mit Absicht. Irgendwie findet doch „das wahre Leben“, das was einen voll und ganz erfüllen kann, immer an den Grenzen dessen statt, was man sich selbst zutraut – oder eben sogar ein wenig jenseits davon.

Was ist deine früheste Erinnerung?

Meine Mama hat mir mal auf dem Weg in die Kinderkrippe ganz schlimm die Hand in der Autotür eingeklemmt. Die daraus resultierende Traumatisierung hat mein ganzes nachfolgendes Leben stark negativ geprägt und gemeinsam mit der Tatsache, dass ich ein Krippenkind war, dazu beigetragen, dass ich so absolut missraten bin. Ich weise jegliche Verantwortung von mir.

“Es muss sich etwas ändern. Jetzt!”

Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du und warum?

Definitiv die Lunge. Kleiner Tipp: Einfach mal «Ivan Lunge» in der Suchmaschine von Google eingeben ..

Warum hast du deinen Beruf gewählt?

Auf Grund meiner relativ exklusiven Vergangenheit fühle ich mich angespornt, den Menschen da draussen, denen es nicht gut geht und zudem das Pech (oder Glück) haben, im Spital zu landen, zu helfen. Faszinierend dabei ist die Diversität und Komplexität, mit welcher man tagtäglich im Spitalalltag konfrontiert ist. Es gibt Situationen, bei denen nur schon ein kleines Pflaster helfen kann, Probleme und Sorgen zu lösen. Umgekehrt gibt es aber auch Situationen, bei denen auch die teuerste Therapie und das Know-how der Mediziner nicht mehr ausreicht, um Menschenleben zu retten. Es braucht Mut zur Lücke, und mit meiner relativ beschaulichen Körpergrösse, bin ich ein gutes Werkzeug, um die Lücke zu füllen. Manchmal, hoffentlich ..

Beschreibe dich mit drei Worten.

leidenschaftlich, grosszügig, humorvoll

Warum bist du POZH beigetreten / Warum liegt dir das Thema Organspende am Herzen?

Das Thema muss auf den Tisch und darf nicht immer unter den Tisch gekehrt werden! Menschen sterben wöchentlich auf der Warteliste für ein Organ, weil zu wenig Organe transplantiert werden können. Das Unwissen ist noch viel zu gross und die Stigmatisierung entdeckt man in allen Ecken unserer Gesellschaft. Die Diskussion um die wissenschaftlichen und philosphischen Aspekte der Organspende dreht sich im Kreis. Fakten werden bis zur Unkenntlichkeit verdreht, es kursieren haarsträubende Gerüchte. Alle zeigen mit den Finger auf den anderen, kein Vorschlag ist gut genug. Schuld haben die anderen.
Ich kanns nicht mehr hören.
Es muss sich nun etwas ändern: jetzt!

Wenn du Alkohol oder Kaffee aufgeben müsstest, was wäre es?

Da ich sowieso nie Zeit hab für Ausgang und Freizeit, würde ich auf jeden Fall dem Alkohol den Vortritt lassen.
Es gibt nichts schöneres, als ein wunderbarer Kaffee Frühmorgens um halb 6 in aller Ruhe und bitterlichen Müdigkeit zu geniessen.

Wenn du in einem Buch / einem Film / einer Serie leben könntest, in welche/r/s wäre es?

Sandmännchen – Einfach mal um 18.00 Uhr ins Bett. Traum!

Wenn du die Antwort auf eine beliebige Frage haben könntest, welche Frage würdest du stellen?

Wie bringen wir die Menschen zu mehr Vernunft, Weisheit und Liebe?

Was für eine Fähigkeit hast du, die die meisten Menschen nicht haben?

Hab’n guten Überlebenswille

Was ist deine früheste Erinnerung?

Heute stand 05:30 auf dem Display meines Smartphones.

Was ist dein Lieblingswitz?

Echt jetzt?